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Tipps für Alltagsradler

verfaßt am 2. Mai 2015 von Thomas Etzlstorfer

Steigende Betriebskosten, Parkplatznot und Stau bewegen immer mehr Leute dazu, das Auto stehen zu lassen und statt dessen für alltägliche Fahrten das Fahrrad zu verwenden.

Hat man den inneren Schweinehund erst mal überwunden und den Umstieg auf den Drahtesel geschafft, erkennt man schnell die Vorteile: Die tägliche Bewegung an der frischen Luft ist nicht nur gesund, sondern macht schon am Morgen munter und gute Laune. Ein "Parkplatz" ist immer schnell gefunden. Und auch das Geldbörsel wird deutlich entlastet.

Auch ich fahre seit einigen Jahren, Winter wie Sommer, täglich mit dem Rad und habe dabei, entweder selbst oder durch Kunden einige Erfahrungen beim "Alltagsradeln" sammeln können, die ich nun gerne weitergeben möchte.

Tipp 1: Saubere Hosenbeine

Wer schon mal mit einem Rad ohne Kettenschutz und mit einer langen Hose gefahren ist kennt das Problem: Das rechte Hosenbein streift an der Kette und schon ist die schöne Hose reif für die Waschmaschine.

Abhilfe schafft hier ein Kettenschutz oder auch eine Schutzscheibe am Kettenblatt. Hat man allerdings eine sehr weite Hose an oder ist der Kettenschutz selbst außen etwas schmutzig (was beim durchschnittlichen Stadtradl meist der Fall ist ;-) ), kann man sich trotzdem den einen oder anderen Schmutzfleck einhandeln.

Einfache Abhilfe schaffen hier Hosenklammern, Bänder mit Klettverschluß oder selbstaufrollende Bänder, die man um das Hosenbein wickelt. Ich stopfe meist einfach das Hosenbein in die Socken. Das funktioniert auch wunderbar und kostet nix ;-)

Tipp 2: Warnweste

Im Herbst und Winter ist es meist bei der Fahrt zur Arbeit oder nach Hause dunkel. Eine funktionierende Lichtanlage und die vorgeschriebenen Reflektoren sind natürlich Pflicht (siehe Artikel Straßentaugliche Fahrradausstattung). Dennoch wird man im Stadtverkehr als Radler sehr leicht übersehen, vor allem wenn man dunkle Kleidung trägt.

Viele Alltagsradler verwenden deshalb Warnwesten wie sie im Auto Vorschrift sind oder auch Regenjacken mit großflächigen Reflektoren und leuchtend hellen Signalfarben. Das erhöht die Sichtbarkeit und damit die Sicherheit im Stadtverkehr enorm.

Auch zusätzliche Reflektoren, z.B. zum Aufkleben am Rahmen, am Korb oder auf die Kotschützer sind hilfreich und leicht anzubringen.

Tipp 3: Gummispanner

Um mit dem Rad auch Einkäufe transportieren zu können, werden auf Citybikes oft ein oder zwei Körbe montiert.

Oft passiert es jedoch, daß z.B. Flaschen oder Schachteln nicht so recht in den Korb passen wollen und entweder lose im Korb herumpurzeln oder oben herausragen und bei Unebenheiten rausfallen können. Ich habe deshalb immer zwei oder drei Gummispanner (Expander) um meinen Korb gespannt. Damit kann man die Einkäufe im Korb sichern.

Außerdem lassen sich damit auch recht sperrige Dinge transportieren indem man sie oben über den Korb oder am Rahmen des Fahrrades befestigt (ich hab schon Fernseher, zwei Meter lange Vorhangstangen oder auch Holzplatten mit dem Radl transportiert, ... ist allerdings nicht zu empfehlen ;-) ).

Tipp 4: Plastiksackerl

Parkt das Radl im Freien ohne Überdachung, ist der Sattel morgens oft nass oder im Winter zugeschneit. Einfache Abhilfe schafft hier ein Plastiksackerl, welches man nach dem Abstellen des Fahrrades über den Sattel stülpt. Bevor man auf das Radl steigt, zieht man das Sackerl wieder runter und stopft es unter den Sattel, klemmt es im Gepäcksträger ein oder mit einem Gummispanner am Radl fest. So holt man sich keinen "nassen Hintern" und schont auch den Sattel.

Es gibt natürlich auch spezielle Regenüberzüge für den Sattel. Diese haben auch einen Gummizug und meist einen Klettverschluß, um den Überzug besser Verstauen zu können.

Tipp 5: Ventiladapter

Fährt man täglich mit dem Rad, bemerkt man oft nicht, wie der Reifendruck abnimmt, weil man sich an den langsam schwindenden Druck gewöhnt. Als Alltagsradler sollte man es sich zur Angewohnheit machen, zumindest einmal pro Monat den Luftdruck in den Reifen zu kontrollieren.

Praktisch ist es dabei, die Reifen einfach an der nächstgelegenen Tankstelle aufzupumpen. Ist das Radl allerdings nicht mit Autoventilen (Schrader) ausgestattet, paßt der Luftprüfer (welcher ja für Autos gedacht ist) nicht auf das Fahrradventil.

Daher gibt es kleine, aufschraubbare Ventiladapter (siehe Artikel Fahrrad-Ventile), welche es erlauben auch Dunlop- und Presta-Ventile mit dem Luftprüfer aufzupumpen. Den Adapter kann man sich einfach in die Geldtasche zum Kleingeld legen und hat ihn so immer mit dabei.

Tipp 6: Dynamokappe

Oft werden für den Alltag Räder älteren Baujahres verwendet, die noch mit keinem Nabendynamo, sondern mit einem Seitenläufer-Dynamo ausgestattet sind. Dieser wird über die Seitenwand des Reifens angetrieben. Ein häufiges Problem mit dieser Art von Dynamo ist es, daß das Rädchen des Dynamos bei Nässe auf dem Reifen rutscht und sich teilweise oder gar nicht mitdreht.

Abhilfe schaffen hier meist Gummikappen, die über das Rädchen des Dynamos gesteckt werden und dem Dynamo so mehr "Grip" verleihen.

Tipp 7: Faltbare Regenbekleidung

Recht praktisch sind zusammenfaltbare Regenjacken und -Hosen die man leicht im Rucksack, der Handtasche oder dem Korb verstauen kann. Ist das Wetter etwas unbeständig, habe ich eigentlich immer meine Regensachen mit dabei, die ich im Falle des Falles schnell über meine normale Kleidung überziehen kann.

Zusätzlich verwende ich im Herbst und Winter immer einen Helmüberzug. Dieser schützt nicht nur vor dem Regen, er dichtet außerdem die Lufteinlässe des Helmes ab und verhintert so, das der Wind durch den Helm zieht.

Tipp 8: Kettenfett

Regen und Schnee waschen vor allem während der kalten Jahreszeit schnell das Fett von der Kette des Rades und führen zu Rost und schnellem Verschleiß. Deshalb sollte man als Alltagsradler immer ein Auge auf die Kette haben und diese bei Bedarf ölen bzw. fetten.

Eine Tube Kettenfett oder ein Fläschchen Öl sollte man deshalb immer parat haben. Um das Fett oder Öl gleichmäßig und dosiert auftragen zu können, ist es am Besten, dieses zunächst auf einen Pinsel oder eine alte Zahnbürste zu geben und damit die Kette zu bestreichen.

Tipp 9: Zahnbürste und T-Shirt

Alte Zahnbürsten eignen sich außerdem hervorragend zum Reinigen von Leiträdern, des Schaltwerks oder der Kettenräder. Auch die Naben lassen sich wunderbar damit putzen.

Alte T-Shirts, Socken (diese vielleicht nochmals vorher waschen ;-) ) oder Leintücher lassen sich prima als Putzlappen verwenden.

Wer sich ab und zu Zeit nimmt und sein treues Stadtrad auch mal reinigt, wird auch lange Freude daran haben. Oftmals wird nämlich stark unterschätzt, wie sehr Schmutz und Rost auf Kosten der Lebensdauer eines Fahrrades gehen!

Tipp 10: Ordentlich Absperren!

Auch wenn es lästig ist und man oft meint, ein vielleicht nicht mehr ganz taufrisches Stadtradl könne man unabgesperrt oder mit einem billigen "Alibi"-Schloß stehen lassen: Ich höre fast täglich von Kundschaften, denen ihr altes, für Diebe vermeintlich unattraktives Radl gestohlen wurde.

Selbst wenn sich der finanzielle Verlust vielleicht in Grenzen hält, so sind die Betroffenen doch immer entsetzt und verärgert. Außerdem muß dann meist in aller Eile schnell ein Ersatz für das täglich benötigte Radl gefunden werden.

Darum sollte auch ein altes Fahrrad, auch wenn man es nur mal kurz stehen läßt, stets mit einem anständigen Schloß gut abgesperrt werden!

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