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Bremsen-Check

verfaßt am 11. Mai 2011 von Thomas Etzlstorfer

Besonders in der Stadt sind zuverlässig funktionierende Fahrradbremsen für die Sicherheit im Straßenverkehr wichtig.

Egal ob Felgen-, Scheiben- oder Nabenbremse, jedes Bremssystem bedarf regelmäßiger Kontrolle um einwandfreie Funktion gewährleisten zu können.

Ich möchte in diesem Beitrag kurz erläutern worauf man unbedingt achten sollte.

Felgenbremsen

Am häufigsten bei Stadt- und Tourenrädern anzutreffen sind Felgenbremsen, wie z.B. V-Brakes, Cantilever- oder Zangenbremsen. Allen diesen Ausführungen gemeinsam ist die Tatsache, daß der Bremsbelag ("Bremsschuh") gegen die Laufrad-Felge gepreßt wird und so das Bike abbremst.

Die Bremskraft wird dabei meist von einem Seilzug vom Bremshebel am Lenker zur Bremszange bzw. -hebel an der Gabel bzw. am Rahmen übertragen. Es gibt auch hydraulisch betätigte Felgenbremsen (Magura HS11, HS33, ...), diese sind allerdings eher seltener anzutreffen.

Bei Felgenbremsen gibt es zwei Verschleißteile die unbedingt überprüft werden müssen: Zunächst natürlich die Bremsbeläge, die beim Bremsen an der Felge abgerieben werden.

Fast alle Bremsschuhe sind mit vertikalen Indikatorrillen versehen, an denen man gut sehen kann, wann die Verschleißgrenze erreicht ist. Außerdem wir bei zunehmendem Verschleiß auch das Spiel am Handbremshebel immer weiter. Spätestens wenn der Hebel beim Bremsen fast bis zum Lenker gezogen werden muß, sollte man einen Blick auf die Bremsbeläge werfen!

Oftmals übersehen wird allerdings, daß auch die Felge einem (wenn auch geringeren) Verschleiß unterliegt! Deshalb kann es durchaus sein, daß nach mehrmaligem Wechsel der Bremsbeläge auch die Felge oder gleich das gesamte Laufrad (je nachdem was preislich günstiger ist) ausgewechslt werden muß, weil die Felge "durchgeschliffen" ist.

Bei manchen Felgen kann der Verschleiß anhand einer Indikatorrille festgestellt werden. Allerdings ist auch ohne einen solchen Indikator bei starkem Verschleiß der Abrieb an der Felgenflanke mit freiem Auge relativ gut anhand einer Vertiefung etwa in der Höhe der Bremsbeläge zu erkennen.

Leider habe ich auch schon des öfteren gesehen, daß die Bremsbeläge so lange nicht gewechselt wurden, bis der komplette Gummibelage von den Bremsschuhen abgeschliffen ist und der darunter liegende Eisenkern die Felge regelrecht "aufgeschlitzt" hat. Solch teuere Reparaturen lassen sich ganz einfach durch regelmäßige Kontrolle vermeiden!

Scheibenbremsen

Scheibenbremsen

Vor allem bei MTB's werden Scheibenbremsen immer beliebter. Bei dieser Bauweise wird das Laufrad von einer an der Nabe befestigten Bremsscheibe und einem am Rahmen bzw. an der Gabel montierten Bremssattel abgebremst.

Betätigt werden die meisten Scheibenbremsen hydraulisch. Nur wirklich billige Varianten werden noch via Seilzug betätigt.

Wie auch bei Felgenbremsen gibt es hier wieder grundsätzlich zwei wichtige Verschleißteile: Erstens die Bremsbeläge und zweitens die Bremsscheiben.

Auch hier sollten die Bremsbeläge regelmäßig kontrolliert werden, was allerdings manchmal gar nicht so einfach ist, weil diese oft recht unzugänglich verbaut sind. Im Zweifelsfall hilft das Ausbauen des Laufrades, um freien Blick auf die Bremsbeläge zu bekommen. Bei manchen Varianten ist es auch einfacher gleich die Beläge oder den Bremssattel abzumontieren.

Der Verschleiß der Bremsscheiben läßt sich an deren Dicke messen. Auch die Oberfläche der Scheibe sollte auf Rillen und Abriebspuren überprüft werden.

Tückisch bei Scheibenbremsen ist, daß sich die meisten hydraulischen Varianten selbst nachstellen und auch bei verschlissenen Bremsbelägen kein Spiel am Bremshebel festzustellen ist!

Naben- bzw. Rücktrittbremsen

Rücktrittbremsen sind eigentlich relativ unproblematisch und bedürfen keiner speziellen Pflege. Einzig die Kettenspannung muß regelmäßig überprüft werden, da diese ja die eigentliche Bremskraft übertragen muß. Ist die Kette zu locker, wird erstens der Bremsweg weiter und zweitens kann die Kette beim Bremsen oder beim Treten ausfallen.

Funktioniert eine Rücktrittbremse nicht mehr ordentlich oder neigt gar zum Blockieren, muß die komplette Hinterradnabe zerlegt werden, was normalerweise eine Arbeit für den Fachmann ist.

Bremshebelspiel einstellen

Bei Seilzugbremsen kann das Bremsspiel am Bremshebel nachgestellt werden. Ist also der Leerweg am Hebel schon sehr weit, kann man diesen mit Hilfe einer Stellschraube am Bremshebel nachstellen. Voraussetzung ist natürlich, daß die Bremsbeläge noch nicht die Verschleißgrenze erreicht haben!

Um das Bremsspiel zu verringern, dreht man einfach die Stellschraube gegen den Uhrzeigersinn einige Umdrehung heraus, bis das Spiel wieder paßt. Anschließend wird die Stellschraube mittels der Kontermutter wieder befestigt.

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