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Verschleiß von Kette und Zahnkranz

verfaßt am 4. März 2011 von Thomas Etzlstorfer

Genauso wie Reifen oder Bremsen unterliegen auch Fahrradketten- und Zahnkränze einem gewissen Verschleiß, der sich durch "ausdehnen" der Kette und abnützen der Zähne bemerkbar macht.

Oftmals ist diese Tatsache nicht bekannt und führt bei der Service-Annahme zu einem verwunderten "Ach, wie gibt's denn so was, wieso ist denn die Kette kaputt?".

Dieser kurze Artikel soll klären, wie der Verschleiß gemessen werden kann und was man tun kann, um diesen so gering wie möglich zu halten.

Durch den ständigen Zug dem eine Fahrradkette beim Treten ausgeliefert ist, werden die Kettenglieder und die Walzen in der Kette mit der Zeit ausgedehnt. Auch die Zähne des Zahnkranzes und des vorderen Kettenblattes werden von den Walzen der Kette "abgerieben" und gedehnt.

Mit der Zeit passen die Kettenglieder immer weniger genau in die Zahnkränze. Bei starker Belastung, z.B. bei Anfahren an der Kreuzung oder beim Treten am Berg kann es dann passieren, daß die Kette die Kraft nicht mehr auf die Zähne übertragen kann und aus dem Zahnkranz herausgedrückt wird und einige Zähne weiterspring. Das äußert sich durch ein lautes Knacken oder "Krachen" und ein kurzzeitiges "leer durchgehen" der Kurbel.

Im Extremfall kann das sogar zum Reißen der Kette führen!

Verschleiß messen

Verschleiß mit Kettenlehre messen
Kettenlehre

Wie kann man nun feststellen, ob die Kette bzw. der Zahnkranz getauscht werden muß?

Dazu gibt es eine sogenannte "Kettenlehre". Damit wird einfach die Länge der Kette über eine gewisse Anzahl von Kettengliedern gemessen. Wird dabei eine bestimmte Länge überschritten, ist die Kette entsprechend gedehnt und sollte gewechselt werden.

Welche Teile wechseln?

Hält sich der Verschleiß noch in Grenzen, reicht es oftmals, nur die Kette zu wechseln. Bei starker Abnützung kann auch ein Wechsel des gesamten hinteren Zahnkranzpaketes, im schlimmsten Fall auch eines oder mehrerer vorderer Kettenblätter notwendig sein, was natürlich entsprechend kostspielig ist.

Falls man sich dazu entschließt, nur die Kette zu erneuern, kann es jedoch sein, das diese nicht mehr exakt in die verschlissenen Zahnkränze paßt, was wiederum zum zuvor beschriebenen "durchgehen" der Kette bei Belastung führen kann.

Eine genaue Vorhersage, ob nun die Zahnkränze ebenfalls ausgetauscht werden müssen, ist leider oftmals nicht ganz einfach, vor allem dann nicht, wenn sich die Abnützung noch in Grenzen hält. Im Zweifelsfall kommt es manchmal einfach auf einen Versuch an.

Kette wechseln - nach wievielen Kilometern?

Kettenblätter
Shimano Kette

Auch diese Frage ist nicht ganz klar zu beantworten und hängt natürlich von mehreren Faktoren ab: Welche Strecken werden gefahren (Bergtouren oder eher ebene Radwege), wie schwer ist der Fahrer, wie sorgsam wurde die Kette gewartet?

Nach meiner Erfahrung halten die meisten Ketten ca. 2.000 bis 6.000km (ich hatte allerdings auch schon Kundschaften, die 15.000km oder mehr mit einer Kette unterwegs waren, eine entsprechend "sanfte" Fahrweise vorausgesetzt).

Manche Kundschaften bevorzugen es auch, die Kette lieber öfter (also schon bevor die Kette an der Verschleißgrenze ist) zu wechseln, um so die teureren Zahnkränze zu schonen. Ob das wirklich sinnvoll ist, müßte man natürlich im Einzelfall nachrechnen, denn nicht selten sind dann wieder mehrere Ketten teurer als ein Zahnkranz.

Wartung

Will man möglichst kostengünstig und materialsparend fahren, führt kein Weg an der regelmäßigen Wartung der Kette vorbei. Zunächst sollte die Kette natürlich des öfteren geölt bzw. gefettet werden. Dafür empfehlen sich, je nach Einsatzbereich entsprechende Ketteöle oder -fette, welche als dünner Film gleichmäßig auf die Kette aufgetragen werden.

Von Zeit zu Zeit sollte die Kette natürlich auch gereinigt werden. Damit sich Schmutz und altes Kettenöl leichter lösen, kann man einen Reinigungsspray (z.B. einen Entfetter von Shimano) auftragen. Danach wird die Kette gründlich mit einem einem Putzlappen "abgeschrubbt" und vielleicht noch mit Druckluft ausgeblasen. Anschließend muß die Kette natürlich wieder frisch geölt werden.

Auch die Zahnkränze und Kettenblätter und nicht zu vergessen die Leiträder des hinteren Schaltwerks, sollten ab und zu gereinigt werden.

Fazit

In den meisten Fällen reicht es, vielleicht ein- bis zweimal jährlich die Kette messen und bei Bedarf wechseln zu lassen. Und natürlich regelmäßig ölen, gemäß dem alten Spruch: "Wer gut ölt, der gut fährt!.

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