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Federgabel -ABC

verfaßt am 15. Juli 2011 von Thomas Etzlstorfer

In modernen Federgabeln steckt ohne Zweifel jede Menge Technik und Know-how.

Allerdings werden diverse Fachausdrücke, Abkürzungen und Schlagwörter auch gerne für Marketing-Zwecke verwendet, ohne daß sich der durchschnittliche Fahrradkäufer darunter etwas vorstellen kann.

In diesem kurzen Artikel möchte ich die wichtigsten Begriffe und Unterscheidungsmerkmale von Fahrrad-Federgabeln erklären.

Die Federung

Die Federung hat die Aufgabe, beim Überfahren einer Unebenheit nachzugeben und so einen Schlag aufzufangen.

Dabei gibt es grob gesagt 3 verschiedene Arten von Federungen:

  • durch eine Luftkammer (für hochwertigere Gabeln)
  • durch eine Stahlfeder (für Einsteiger-Modelle oder Trekkingbikes)
  • durch Elastomere (wird kaum noch bzw. nur bei Billig-Rädern verwendet)

Federung mittels Stahlfeder

Einstellschraube
Einstellschraube

Bei günstigeren Einsteiger-Mountainbikes und auch bei vielen Trekkingbikes sind Federgabeln mit Stahlfedern zu finden. Diese lassen sich meist mit einem Einstellrad in der Härte einstellen (die Vorspannung der Feder wird verändert).

Die meisten dieser Modelle verfügen dabei auch über keine Dämpfung.

Federung mittels Luftkammer

Ventil zum Aufpumpen der Luftkammer
Ventil für Luftkammer

Höherwertige Federgabeln werden meist mittels einer Luftkammer gefedert. Der Vorteil dabei ist, daß sich die Härte der Gabel exakt mit mittels einer speziellen Federgabelpumpe einfach durch absenken oder erhöhen des Luftdrucks einstellen läßt.

Außerdem ist diese Variante meist leichter und hat eine progressive Feder-Kennlinie. Das heißt, je weiter die Gabel eingefedert wird, desto härter wird die Federung. Dadurch können solche Federgabeln bei starker Belastung auch nicht so leicht Durchschlagen (die Federgabel wird durch einen starken Schlag bis zum Anschlag eingefedert).

Dämpfung

Teurere Federgabeln verfügen zusätzlich über eine, meist einstellbare, Dämpfung. Diese verhindert ein schlagartiges Aus- und Einfedern. Dadurch wird ein Nachschwingen der Gabel vermieden. Auch ein zu starkes Wippen, etwa im Wiegetritt, wird durch die Dämpfung vermindert.

Dabei unterscheidet man zwischen Zug- und Druckstufendämpfung: Die Zugstufe verhindert eine zu schnelles Ausfedern, die Druckstufe ein zu schnelles Einfedern. Meist ist nur die Zugstufe einstellbar.

Sperre (Lock-Out)

Lock-Out Hebel am Standrohr
Lock-Out Hebel

Beim Bergauf-Fahren im Wiegetritt kann manchmal das Wippen der Federgabel etwas störend und auch kräfteraubend sein. Deshalb bieten fast alle guten Federgabeln heutzutage eine sogenannte "Lock-out" Funktion: Damit kann die Federgabel gesperrt werden.

Betätigt wird diese Sperre entweder durch einen kleinen Hebel am Ende eines Standrohres der Gabel oder etwas bequemer über einen Hebel am Lenker ("Remote Lock-out").

Fazit

Moderne Federgabeln im mittleren und oberen Preissegment bieten vor allem für MTB's doch einiges an Komfort und tragen nicht unerheblich zum Fahrspaß bei. Auch die Technik arbeitet mittlerweile sehr zuverlässig und wartungsarm und kann somit auch Einsteigern und Gelegenheitsradlern bedenkenlos empfohlen werden.

Von allzu billigen Modellen wie sie oftmals von Discountern verbaut werden, sollte man allerdings Abstand nehmen, zumal diese meist unglaublich schwer und unzuverlässig sind (ein gängiges Problem ist z.B. das komplette Festrosten der Standrohre...).

Ob man bei einem Touren oder Trekkingbike unbedingt eine Federgabel benötigt ist sicherlich Ansichtssache, zumal eine Federgabel erstens schwerer und zweitens auch teurer als eine starre Gabel ist.

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