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Schnellspanner erklärt

verfaßt am 15. August 2013 von Thomas Etzlstorfer

Schnellspanner an Laufrädern und Sattelstützen sind eigentlich eine feine Sache: Ganz ohne Werkzeug läßt sich ein Rad aus- und einbauen oder die Sattelhöhe verstellen.

In der Praxis passiert es leider dennoch immer wieder, daß Schnellspanner entweder viel zu locker geschlossen oder ganz einfach "zugekurbelt" werden.

In diesem Beitrag möchte ich, auch für Leihen verständlich, die richtige Handhabung dieser Schnellverschlüsse erklären.

Nicht selten ist die Ursache für mysteriöse Schleifgeräusche oder eine vermeintlich verbogene Felge ganz einfach ein nicht richtig geschlossener Schnellspanner.

Vor allem für technisch nicht so versierte Radler werden die angeblich so einfach zu bedienenden Verschlüsse immer wieder zum Problem.

Öffnen des Schnellspanners

Laufrad-Schnellspanner

Der Ausbau eines Laufrades bereitet den Meisten üblicherweise die wenigsten Schwierigkeiten: Den Schnellspannerhebel vollständig, also um 180 Grad, aufklappen und die Einstellmutter so weit lockern, bis sich das Rad aus der Gabel nehmen läßt.

Natürlich muß ggf. zuvor noch der Seilzug einer V-Brake ausgehängt oder der Stecker von einem Nabendynamo abgezogen werden, aber ich möchte mich an dieser Stelle nur auf die Handhabung des Schnellspanners konzentrieren.

Beschriftung des Hebels

Beim Einbau wird die Sache schon interessanter. Zunächst muß das Rad mit vollständig geöffnetem Schnellspannerhebel in die Gabel gesteckt werden.

Doch in welcher Stellung ist der Hebel geöffnet und in welcher geschlossen? Nun, die meisten Hebel sind auf der einen Seite mit "Open" und auf der anderen Seite mit "Close" beschriftet. Blickt man von der Seite des Hebels (also nicht von der Seite der Einstellmutter) auf den Schnellspanner, muß man die Aufschrift "Open" lesen können, damit der Schnellspanner geöffnet ist. In eingebauten und geschlossenem Zustand muß am Hebel "Close" zu lesen sein.

Manche Schnellspannerhebel besitzen keine Beschriftung. Dann läßt die Form bzw. Biegung des Hebel normalerweise auf die Stellung schließen: Im geschlossenen Zustand muß sich der Hebel in Richtung der Gabel wölben.

Spannung einstellen

Befindet sich schließlich das Rad mit geöffnetem Spannhebel in der Gabel, muß die Einstellmutter so weit zugedreht werden, bis diese an der Gabel anliegt. Beim Zudrehen der Einstellmutter wird der Spannhebel festgehalten und die Mutter gedreht, Also nicht die Mutter festhalten und den Hebel "zukurbeln"!

Danach wird der Spannhebel um 180 Grad zugeklappt, so daß schließlich am Hebel "Close" zu lesen ist. Dabei sollte bereits bei der 90 Grad Position des etwas Widerstand spürbar sein. Um den Hebel bis zur 180 Grad Position vollständig zu schließen sollte dann schon etwas Kraftaufwand nötig sein. Der Hebel muß sich aber dennoch per Hand schließen lassen. Dazu am Besten mit den Handballen an den Hebel legen, mit den Fingern die Gabel greifen und den Hebel so zudrücken.

Läßt sich der Hebel zu leicht zudrücken, muß dieser nochmals vollständig geöffnet und die Einstellmutter etwas weiter zugedreht werden. Danach nochmals versuchen, den Hebel zu schließen. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis die Spannung des Hebels paßt.

Läßt sich der Hebel hingegen nicht mit einer Hand schließen, muß der Hebel ebenfalls wieder vollständig geöffnet und die Einstellmutter so weit gelockert werden bis sich der Hebel mit entsprechendem Kraftaufwand schließen läßt.

Spannhebel kontrollieren

Ist der Hebel schließlich geschlossen, muß, wie bereits gesagt, die Aufschrift "Close" zu lesen sein. Im Idealfall sollte der geschlossene Hebel entlang der Gabel zum Lenker zeigen bzw. beim Hinterrad entlang des des Rahmens verlaufen. Allerdings läßt sich das Aufgrund von Anbauteilen, wie z.B. Hinterbauständer, Anhängekupplungen, usw. nicht immer einhalten. In diesem Fall sollte einfach eine Position gewählt werden, in der der Hebel nicht stört und möglichst nicht vom Rad weg zeigt.

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