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Fahrrad-Ventile

aktualisiert am 7. Oktober 2015 von Thomas Etzlstorfer

"Wie kann ich denn bei meinem Fahrrad den Reifendruck kontrollieren und nachpumpen? Da paßt meine Pumpe nicht auf das Ventil!"

Fragen dieser Art stellen mir Kunden fast täglich. Und das nicht ohne Grund, denn leider gibt es bei Fahrrädern zumindest drei verschiedene Ausführungen von Ventilen, die obendrein alle unterschiedlich zu Handhaben sind.

Dieser kurze Artikel soll helfen, die dringensten Fragen rund um's "Lufteinpumpen" zu klären.

Dunlop-Ventil

Das klassische Fahrradventil ist das Dunlop- oder Blitz-Ventil.

Bei dieser Ausführung kann der eigentliche Ventil-Einsatz (zumeist ein Kugel- oder Kegel-Ventil) ausgetauscht werden.

Bei älteren Pumpen wurde einfach mit einer Hand die Spitze des Pumpenschlauchs in die Öffnung des Ventils gehalten und mit der anderen Hand eingepumpt.

Moderne Pumpen verfügen meist über einen Pumpenkopf der direkt auf das Ventil gesteckt und mit einem Kipphebel festgeklemmt wird. So hat man beide Hände frei zum Pumpen.

Will man einen Kompressor mit Luftprüfer bzw. den Luftprüfer an der Tankstelle verwenden, so kann auf das Ventil ein Adapter aufgeschraubt werden.

Auto-Ventil

Das Autoventil (auch Schrader-Ventil) ist das gleiche, wie es auch beim Auto oder Moped Verwendung findet. Deshalb kann hier ein gewöhnlicher Luftprüfer eines Kompressors oder der Tankstellen direkt (ohne Adapter) verwendet werden.

Viele neuere Luftpumpen besitzen ebenfalls einen Pumpenkopf, welcher direkt auf das Auto-Ventil aufgesteckt werden kann.

Bei diesem Ventil kann der Einsatz ebenfalls gewechselt werden.

Presta- oder Renn-Ventil

Wie der Name schon verrät, wird das Renn-Ventil (auch Presta- oder Sclaverand-Ventil) zumeist bei Rennrädern mit schmaler Felge verwendet, weil das Ventil im Außendurchmesser kleiner als die beiden anderen Ventile ist. Deshalb kann normalerweise ein Schlauch mit Renn-Ventil nicht einfach durch einen mit einem anderen Ventil (Auto- oder Dunlop-Ventil) ausgetauscht werden, weil das Felgenloch für diese Ventile zu klein ist (6,5mm gegenüber 8,5mm).

Für das Renn-Ventil gibt es ebenfalls passende Pumpen. Außerdem gibt es, wie beim Dunlop-Ventil, einen Adapter zum Aufpumpen mit einem Kipphebel oder an der Tankstelle.

Eine Besonderheit beim Renn-Ventil ist die Verschlußmutter. Mit dieser kleinen Verschraubung wird der Ventilkegel zusätzlich fest verschlossen, was das Ventil besonders gut abdichtet.

Vor dem Einpumpen muß daher die Verschlußmutter vollständig geöffnet und danach wieder verschlossen werden. Manchmal verkleben die Ventilkegel auch etwas und müssen vor dem Einpumpen mit einem kurzen Druck auf die geöffnete Verschlußmutter gelockert werden, sodaß ein kurzes Zischen zu hören ist.

Der richtige Luftdruck

Der Mindest- und der Maximaldruck kann an der Seitenwand des Reifens abgelesen werden. Dort findet man z.B. Angabe wie "Min. Pressure: 4 bar Max. Pressure: 6 bar". Manchmal wird auch die Einheit in PSI anstatt in Bar angegeben. Die meisten Druckprüfer haben Skalen in beiden Einheiten. Man kann die Einheiten natürlich auch umrechnen:

1 Bar = 14,5 PSI
1 PSI = 0,069 Bar

Bei älteren Reifen sollte man allerdings nicht ganz bis zum Maximaldruck aufpumpen. Sind nach dem Einpumpen Risse in der Oberfläche des Reifens zu sehen, bedeutet dies, daß der Gummi schon ziemlich spröde ist. Das kann entweder durch das Alter oder durch fahren mit zu geringem Luftdruck verursacht werden. In diesem Fall sollte man ggf. den Austausch des Reifens erwägen.

Luftpumpen

Heutige Reifen erlauben einen recht hohen Maximaldruck, um einen möglichst geringen Rollwiderstand zu erreichen. Natürlich muß eine Lutpumpe auch in der Lage sein, den entsprechenden Druck zu erzeugen.

Die oftmals mit den Fahrrädern ausgelieferten "Notpumpen" sind nicht geeignet, den Reifen auf den vorgeschriebenen Druck aufzupumpen. Außerdem werden diese Pumpen meist direkt, ohne Pumpenschlauch, auf das Ventil aufgedrückt. Dadurch kann es bei mehrmaliger Anwendung passieren, daß durch die Pumpbewegung das Ventil beschädigt oder gar ausgerissen wird

Für den täglichen Einsatz ist daher eine entsprechend große Standpumpe, im besten Fall mit Manometer, unerläßlich. Vernünftige Modelle sind schon ab ca. 30 Euro zu haben.

Eine ordentliche Luftpumpe sollte außerdem mit einem Pumpenkopf ausgestattet sein, der für alle Ventile geeignet ist und keinen zusätzlichen Adapter erfordert.

Mit dem Aufkommen der 29-Zoll MTB's werden auch immer öfter Hoch-Volumen-Pumpen angeboten, die einen breiten Zylinder besitzen. Mit diesen Pumpen können die voluminösen Pneues relativ schnell befüllt werden. Allerdings bringt dies den Nachteil mit sich, daß mit ihnen nur schwer ein hoher Luftdruck erzeugt werden kann. Für Rennräder, die meist einen Reifendruck von über 8 Bar erfordern sollte daher eher eine Hoch-Druck-Pumpe mit schmalem Zylinder verwendet werden.

Hat man in der heimischen Garage einen Kompressor mit Luftprüfer zur Verfügung, kann dieser natürlich ebenfalls verwendet werden. Für Dunlop- und Rennventile ist dann allerdings ein Adapter notwending.

Pumpen für Unterwegs

Auch für unterwegs gibt es mittlerweile gut ausgestattete Mini-Pumpen. Man sollte vor allem darauf achten, daß der kleine "Luftspender" zumindest über einen Pumpenschlauch verfügt, sodaß man die Pumpe nicht direkt auf das Ventil setzen muß. Außerdem sollte auch hier kein Adapter für die verschiedenen Ventile nötig sein.

Eine weitere platzsparende Möglichkeit sind Luftfüller mit CO2-Patronen. Diese müssen nur auf das Ventil aufgesetzt werden. Allerdings kann eine Patrone meist nur für ein oder zwei Füllungen verwendet werden und muß danach ausgetauscht werden.

Regelmäßig kontrollieren

Die beste Pumpe hilft natürlich wenig, wenn man sie nicht auch verwendet. Zumindest einmal im Monat sollte man den Reifendruck kontrollieren. Dann halten die Reifen auch länger und auch der Fahrer wird den geringeren Rollwiderstand zu schätzen wissen.

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