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Wartung von Seilzügen

verfaßt am 2. Juli 2012 von Thomas Etzlstorfer

Trotz hydraulischen Scheibenbremsen und in letzter Zeit aufkommender elektronischer Schaltungen kommen beim Großteil der Fahrräder immer noch Seilzüge zur Betätigung der Schaltung und/oder der Bremse zur Anwendung.

Das ebenso einfache wie geniale Prinzip des Bowdenzugs hat sich seit den ersten Fahrrädern bis heute beinahe unverändert erhalten und bewährt.

Dennoch unterliegt sowohl das Seil selbst als auch die Seilhülle einem gewissen Verschleiß und benötigen von Zeit zu Zeit etwas Pflege.

Funktion und Aufbau

Bremszug
Bremszug

Ein so genannter Bowdenzug überträgt Zugkräfte flexibel, auch über Biegungen hinweg z.B. vom Bremshebel am Lenker auf die Bremszangen am Hinterrad.

Ein kompletter Zug besteht dabei aus einem gedrilltem Drahtseil (der so genannten "Seele"), welches in einer flexiblen, aber in Druckrichtung festen Seilhülle geführt ist. Diese dient nicht nur der Führung der Seele, sondern vor allem auch als Gegenlager zu den übertragenen Kräften.

Die Seilhülle besteht beim Bremszug aus einem spiralförmig gedrehten Stahldraht bzw. beim Schaltzug aus mehreren geraden, in Längsrichtung geführten Drähten. Die Hülle ist zusätzlich noch mit einer Kunststoffschicht ummantelt.

Zur Verringerung des Reibungswiderstandes sind die meisten Seilhüllen innen zusätzlich mit einer Teflonschicht versehen.

Wartung

Schaltzug
Schaltzug

Beim Betätigen z.B. eines Bremshebels treten zwischen dem Seil und der Seilhülle Reibungskräfte auf, die es möglichst gering zu halten gilt. Durch Verschleiß (Abnützung der inneren Teflonschicht) oder durch eintretendes Wasser verursachten Rost, können diese Reibungskräfte so groß werden, daß die Bremse entweder gar nicht mehr gezogen werden kann oder nicht mehr richtig löst und einfach klemmt.

Um den Verschleiß möglichst gering zu halten, sollten die Bowdenzüge in regelmäßigen Abständen geölt werden. Dazu kann entweder ein spezielles Seilzug-Öl oder, wenn ein solches nicht vorhanden ist, ein anderes, dünnflüssiges Öl wie z.B. WD-40 oder Nähmaschinenöl verwendet werden.

Bei den meisten Fahrräderen sind die geraden Strecken der Seilzüge offen (z.B. am Oberrohr), also ohne Seilhülle, verlegt. Dabei sind normalerweise die Widerlager, in denen die Seilhüllen am Rahmen eingehängt sind, seitlich geschlitzt, so daß die Seilhülle ausgehängt und der Seilzug geölt werden kann.

Ist der Seilzug komplett geschlossen, muß dazu die Klemmung am Schaltwerk bzw. an der Bremszange geöffnet und das Seil (zumindest teilweise) ausgezogen und dann geölt werden.

Verschleiß

Hilft auch das Ölen der Züge nichts mehr, ist vermutlich die Teflonschicht im inneren der Seilhülle verschlissen oder das Seil verrostet oder einige Litzen durchgescheuert.

Dann hilft nur noch der Austausch der Seilzüge. Danach sollte sich die Bremse bzw. die Schaltung wieder leicht und ohne übermäßigen Kraftaufwand betätigen lassen.

Auch das Lösen der Bremsen bzw. das Runterschalten funktioniert mit neuen Seilzügen meist merklich zügiger und exakter, weil die Rückzugfedern in den Bremszangen bzw. im Schaltwerk einen geringern Reibungswiderstand im Seilzug überwinden müssen.

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