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Werkzeugset für Unterwegs

verfaßt am 17. September 2011 von Thomas Etzlstorfer

Wer während einer Radtour schon mal eine Panne hatte weiß wie nützlich ein Werkzeugtäschchen mit ein paar kleinen Werkzeugen und Ersatzteilen sein kann.

Nichts ist ärgerlicher als einen schönen Ausflug wegen z.B. eines platten Reifens abbrechen zu müssen.

Dabei reicht es oftmals das Radl nur provisorisch wieder in Schwung zu bringen, um die Fahrt fortsetzen zu können.

Genau für diesen Zweck haben wir in diesem kurzen Artikel die wichtigsten Hilfmittel für unterwegs zusammengestellt.

Werkzeugkoffer

Besonders praktisch sind kleine Rahmen- oder Satteltaschen, die man platzsparend entweder zwischen Ober- und Sattelrohr oder unterhalb des Sattels befestigen und darin die Tools dauerhaft unterbringen kann. Das beste Werkzeug hilft nichts, wenn man vergißt, es in den Rucksack zu packen oder in der Packtasche keinen Platz mehr dafür findet.

Luftpumpe

Das wohl wichtigste Werkzeug auf Touren ist eine gut funktionierende Luftpumpe. Am besten bewährt haben sich kleine Teleskop-Luftpumpen, die (meist mit einem Halter oder einem Gummiband) am Rahmen angebracht werden können. Wichtig ist auch, daß die Pumpe mit dem Ventil des Fahrrads verwendet werden kann. Viele dieser kompakten Pumpen haben allerdings schon Anschlüße für alle drei der gängigen Fahrradventile, was natürlich vor allem bei Radtouren in der Gruppe von Vorteil ist, um ggf. auch mal ein anderes Fahrrad, mit anderem Ventil aufpumpen zu können.

Ebenfalls ganz praktisch sind Einweg-Druckluftkapseln, mit denen man den Reifen relativ schnell und ohne Mühe aufpumpen kann. Allerdings können diese Kapseln nur einmal verwendet werden, was auf Dauer nicht ganz billig ist.

Sehr nützlich ist auch ein Ventiladapter, der es ermöglicht Räder mit Dunlop- und SCL-Ventile z.B. an der Tankstelle aufzupumpen. Das kleine Teil braucht kaum Platz und kostet meist weniger als 2 Euro.

Werkzeug

Recht praktisch sind kleine, ausklappbare Multi-Tools, die, ähnlich einem Schweizer Taschenmesser, die wichtigsten Werkzeuge vereinen. Meist sind die gängigsten Inbusschlüssel (von 2-8mm), ein Kreuz- und ein Schlitzschraubendreher, manchmal sogar ein Kettennieter oder ein paar Torx-Schraubendreher enthalten. Damit lassen sich die meisten Einstellungen, wie z.B. die Sattelhöhe und -neigung oder die Höhe und der Winkel des Lenkers und der Brems- und Schalthebel auch unterwegs anpassen.

Auch ein 15mm Gabelschlüssel (in seltenen Fällen auch 14mm oder 17mm) ist für Fahrräder ohne Schnellspanner, deren Laufradachsen mit Muttern befestigt sind, unbedingt notwendig.

Falls man beim Montieren von Reifen nicht so geübt ist, leisten ein Paar Montagehebel gute Dienste.

Auch nicht fehlen sollte ein alter Putzlappen um nicht nach einer Reparatur den Rest der Reise mit schmutzigen Händen weiterradeln zu müssen. Außerdem kann man damit das Werkzeugtäschchen etwas "auspolstern", damit der Inhalt auf unebenem Untergrund weniger scheppert ;-)

Multitool - ausgeklappt
ausgeklappt
Multitools - zugeklappt
zugeklappt
   

Ersatzteile

Reparaturkit für Fahrradschläuche
Schlauch-Reparaturkit

Zum Beheben von Reifenpannen sollte man auf jeden Fall einen Ersatz-Schlauch oder ein Schlauch-Reparaturkit mit dabei haben.

Bei einem Ersatzschlauch ist unbedingt darauf zu achten, daß man einen Schlauch mit dem selben Ventil wie am Fahrrad mitnimmt. Erstens paßt ansonsten vielleicht die Luftpumpe nicht (falls diese keinen Universal-Anschluß hat) und zweitens kann es passieren, daß das Ventil im Durchmesser zu breit ist und nicht durch das Felgenloch paßt (SCL-Ventile sind schmaler als Dunlop- und Auto-Ventile!). Genauere Info's zu den verschiedenen Ventilen finden Sie außerdem noch in diesem Artikel.

Hat man vor den Schlauch zu reparieren ("kleben"), sollte man überprüfen, ob der Kleber nicht schon ausgetrocknet ist und ob noch ausreichend Reparatur-Flecke im Set sind.

Von Pannen-Spray's, die Dichtmittel und Druckluft in den Schlauch pressen und so eine schnelle und einfache Reparatur versprechen halte ich persönlich nicht viel: Erstens wird meist nicht nur der Schlauch, sonder auch die Innenwand des Reifen komplett "zugeklebt" und zweitens können größere Löcher meist nicht abgedichtet werden (z.B. beim Durchschlagen auf die Felge ("Snakebite") oder bei großen Glasscherben). Außerdem sind diese Spray's nur einmal zu verwenden und noch dazu nicht gerade billig.

Oftmals auch ganz nützlich und relativ billig und klein sind so genannte "Fix und Snap" Kettenglieder: Reißt die Kette (z.B. durch Schalten unter zu starker Belastung), kann damit die Kette einfach durch einhängen dieses Kettengliedes "geflickt" werden. Allerdings benötigt man dazu meist trotzdem einen Kettennieter, um das kaputte Glied entfernen zu können.

Vielseitig und für provisorische Reparaturen praktisch ist eine Rolle Isolierband. Um mal schnell einen gebrochenen Kettenschutz oder ein abgerissenes Lichtkabel zu befestigen ist so ein Klebeband meist recht brauchbar.

Natürlich kann man das kleine Ersatzteillager nach belieben z.B. mit Schalt- oder Bremsseilen, Ersatz-Glühlampen, usw. erweitern. Allerdings sollte man sich fragen, was man wirklich benötigt und ob man überhaupt in der Lage ist, die Teile unterwegs auszutauschen. Außerdem kann man die Fahrt auch z.B. mit einem gerissenen Bremsseil bis zur nächsten Werkstatt fortsetzen, was mit einem platten Reifen zweifellos nicht möglich ist.

Fazit

Ein kleiner Fundus an nützlichen Helfern in einem handlichen Werkzeugtäschchen verstaut kann mit Sicherheit so manchen schönen Radausflug retten. Allerdings sollte man sich zuvor noch überlegen, ob man das Werkzeug auch anwenden kann und z.B. mal probeweise einen alten Schlauch kleben oder ein Laufrad aus- und einbauen. Die besten Tools nützen schließlich wenig, wenn zwei Hände fehlen, die damit umgehen können ;-)

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